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Aufbau

Ein guter Aufbau auf dem Becken verhindert Staunässe und Zugluft. Er darf weder ganz geschlossen noch zu offen sein. Je nachdem wie sehr man handwerklich begabt ist und wieviel Geld man ausgeben möchte kann man zwischen verschiedenen Materialien wählen.

Styropor, Styrodur, Plexiglas, Glas oder Holz sind geeignet. Das Holz sollte nicht zu empfindlich gegen Feuchtigkeit sein.

Die günstigste Variante ist sicherlich ein Aufbau aus Styropor. Man bekommt es im Baumarkt für wenig Geld. Es lässt sich einfach zurecht schneiden. Zusammengehalten wird der Styroporkasten einfach mit Hilfe langer Nägel. Die Front kann ganz geöffnet und geschlossen werden. Im Sommer kann man die Frontplatte so ganz weglassen und immer Winter kann man sie bei Bedarf soweit wie es Sinn macht schließen.

Beleuchtung/Sonnenplatz

Eine Wärme/UVB Lampe ist sehr wichtig für die K. cruentatum. Meine Tiere sonnen sich oft und gerne.

Der wärmste Punkt sollte mindestens 40 Grad erreichen. Der Untergrund des Sonnenplatzes muss trocken sein. Die Wärme/UVB Lampe sollte mehr oder weniger direkt senkrecht von oben herunter scheinen.

Für diese Schildkröten Art reicht es aus wenn man diese Lampe nur ein paar Mal in der Woche an macht. Mehr schadet natürlich nicht!

Als Standardbeleuchtung benutze ich Aquarienleuchtbalken mit T5 Röhren. Dieser Balken sollte nicht so lang sein wie das Becken weil das Becken sonst zu hell werden könnte.

Auch LEDs sind geeignet. Sie verbrauchen deutlich weniger Strom haben aber auch den Nachteil, dass sie spürbar weniger Wärme abgeben.

Bodengrund

Der Bodengrund sollte möglichst fein und dunkel sein. Da die Schildkröten gerne mal buddeln sollte er schon eine gewisse Tiefe haben. 6-7 cm mindestens. Mittlerweile nehme ich nur noch den einfachen Flusssand aus dem Handel. Er hat sich am besten bewährt. Er dunkelt mit der Zeit nach und ist kostengünstig.

Dunkler Ort

Ab und zu lieben es die Schildkröten sich an einem dunklen Rückzugort unter Wasser auszuruhen oder ein kleines Schläfchen zu machen. Man kann ihnen dazu eine kleine Höhle bauen. Ein großer Blumentopf aus Ton der halb vergraben im Sand liegt reicht oft schon. Bei mir ist der " dunke Ort " der Bereich unter den Eiablageplätzen. Der Abstand vom Kies bis zum Boden des Eiablageplatzes sollte nicht zu groß sein damit die Schildkröten diesen Ort zur Entspannung auch gut annehmen.

Eiablageplatz

Mit 4 Jahren muss jedem Weibchen ein Eiablageplatz zur Verfügung stehen. Die Weibchen legen auch ohne Männchen regelmäßig Eier ab. Haben sie dazu nicht die Möglichkeit leiden sie unter sehr großen Stress und können sogar an einer Legenot sterben. Wenn man Glück hat legen die Tiere die Eier einfach ins Wasser. Aber das ist wie gesagt mit starken Stress verbunden!

Der Eiablageplatz besteht bei mir aus Miniaquarien die fest eingeklebt sind. Die Maße sollten nicht unter 20x20x20 cm liegen! Als Substrat welches den Eiablageplazu füllt eignet sich gut ein Kokoshumus/Sand Gewisch. Zum Schutz mögen es die Weibchen wenn sie bei der Eiablage etwas von Deckung in from von Pflanzen und Blättern umgeben sind. Gerne dürfen auch Wurzeln in das Substrat hinein wachsen!

Der Eiablageplatz sollte nicht zu weit weg vom Wasser, und nicht zu schwer zu erreichen sein.

Filter

Für ein Schildkrötenbecken würde ich einen Filter mit möglichst großen Volumen empfehlen. Je mehr Volumen und damit Oberfläche das innere des Filters hat, desto mehr gute Bakterien können sich ansiedeln.

Ein Filter beseitigt Pflanzenreste, Futterreste und Abfallprodukte aus dem Becken. Trotzdem muss man von Zeit zu Zeit einen Teil des Wassers wechseln! Nitrat etwa ist in zu hoher Konzentration nicht gut und kann nur durch den Wasserwechsel entfernt werden. Für Pflanzen ist ein gewisser Nitratwert übrigens sehr wichtig denn er dient ihnen als Nährstoff. Hamburger Mattenfilter sind sehr praktisch. Sie haben eine sehr große Oberfläche und müssen nicht so oft gereinigt werden. Außerdem dienen sie als praktische Kletterhilfe.

Man kann auch Außenfilter benutzen. Es gibt sie in verschiedenen Größen und mit unterschiedlich starker Leistung. Wie der Name schon sagt stehen diese Filter außerhalb des Beckens und sparen so Schwimmraum. Man kann auch Innenfilter verwenden. Nachteile sind die häufige Reinigung und der Verlust von Schwimmraum. Bei den Innenfilter besteht auch immer die Gefahr, dass sich die Kröte dahinter verkeilt und nicht mehr heraus kommt. Deswegen habe ich den einen Innenfilter den ich benutze lose ins Becken gehängt.

Futter

Die Rotwangenklappschildkröten bevorzugen fleischliche Kost. Haben sie die Auswahl wird pflanzliche Nahrung meistens ignoriert. Kleinere Pflanzenstücken und Wasserlinsen verschwinden aber häufiger Mal im Magen der Schildkröte.

Beim Futter ist es wichtig möglichst abwechslungsreich und nicht zu Proteinhaltig zu füttern.

Oft werden die Teire auch einfach zu viel gefüttert. Dies sollte vermieden werden.

Ich füttere:

Frostfutter ( große Artemia, Mückenlarven ), verschiedene Aquarienschnecken, Gammerus, Stint, Marmorkrebse, Heimchen, Mehlwürmer, Regenwürmer, Muschelfleisch, Kellerasseln, Guppys/Black Mollys, Fertigfutter, Sepiaschale und noch einiges mehr.

Vorallem Mehlwürmer,Stint, Heimchen und Ferigfutter solle nur in Maßen gegeben werden!

Bei Mehlwürmern und Heimchen macht es Sinn den Futtertieren vor der Verfütterung etwas Flockenfutter und kleine Stückchen Obst zu reichen. So wertet man die Futtertiere auf.

Sepiaschale sollte einer Schildkröte immer zur Verfügung stehen. Sie ist eine gute Kalziumquelle.

Grundsätzlich kann man den jungtieren das gleiche zu fressen geben wie den großen. Oft empfiehlt es sich das Futter in passende Portionen zu zerkleinern. Zu große Schnecken etwa kann man einfach anknacken bevor man sie verfüttert.

 

Glassteege und Ausbruchsschutz

Als Neueinsteiger unterschätzt man leicht das Klettertalent seines Mitbewohners! Diese Schildkröten können wie viele andere Arten auch sehr gut klettern. Meistens versuchen sie dies allerdings nur wenn sie gerade neu in das Becken gesetzt wurden oder sie sich einfach unwohl in ihrem Zuhause fühlen. Zur Sicherheit sollte aber immer ein Ausbruchsschutz berücksichtigt werden. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Man kann die Rückwand einfach nicht bis zur Beckenkante anbringen. Blankes Glas kommen die Kröten natürlich nicht hoch...sind ja keine Geckos! Ich habe in meinen Becken Glassteege verklebt die eine unüberwindbare Barriere bilden. Sie werden einfach mit Silikon verklebt. Vorsicht bei über den Rand wuchernde Pflanzen. Auch die können als Weg nach draußen genutzt werden!

Heizung

Um die Wassertemperatur auf ca. 26 Grad zu bringen benutze ich die normalen Heizer aus der Aquaristik.

Man braucht bei den kleinen Kinosternon cruentatum keine Angst zu haben, dass sie den heizer kaputt beissen! Dazu sind sie nicht stark genug. Außerdem können sie den Heizer mit dem Maul nicht fassen da er zu Groß und zu glatt ist.

Holzwurzeln

Holzwurzeln sehen nicht nur schick aus, sondern sie bieten der Schildkröte auch viele Möglichkeiten entspannt zur Wasseroberfläche zu gelangen. Am besten ist es wenn einige Wurzeln vom Boden bis knapp über die Wasseroberfläche reichen. Zum ordentlichen Luftholen müssen sich gerade junge Kröten an etwas festhalten können. Ausgewachsene Tiere räumen mit ihre Kraft gerne mal das ganze Becken um. Oft macht es daher Sinn größere Wurzeln fest im Becken zu verkleben. So wird der Umgestaltungswahn unterbunden. Außerdem besteht so nicht die Gefahr, dass das Tier unter eine großen und schweren Wurzel begraben wird und im schlimmsten Falle ertrinkt. Geeignete Holzwurzeln gibt es im Handel zu kaufen. Meistens sind es Moorkien oder Mangrovenwurzeln. Aber auch in heimischen Gewässern kann man fündig werden! Totholz welches schon lange in fließenden Gewässern liegt eignet sich auch sehr gut für das heimische Schildkrötenbecken. Diese Variante ist auch sicherlich Umweltfreundlicher als die erste!

Kleinere Holzstückchen lassen sich übrigens auch leicht mit Silikon an die Scheiben kleben. So bieten sie weitere Plätze zum festhalten und ergänzen die Rückwand.

Mitbewohner/Fische/Garnelen

Alle tierischen Mitbewohner werden von der Schildkröte grundsätzlich als Futterquelle angesehen.

Viele Fische und auch Garnelen eignen sich trotzdem zur Vergesellschaftung. Beachten sollte man, dass die Mitbewohner nicht zu groß und vorallem flink sind. Meistens werden die Tierchen dann schnell link liegen gelassen weil die Schildkröte begriffen hat, dass sie zu schwer zu fangen sind.

Auf Welse,Kugelfische und größere Barsche sollte man unbedingt verzichten! Verschluckt die Kröte einen Panzer oder Antennenwels ist das oft ihre letzte Mahlzeit gewesen. Ich kenne einige Halter die so ihre Schildkröte verloren haben. Ich habe viele Amanogarnelen mit in den Becken. Sie beschäftigen die Kröte und es ist lustig mit anzusehen wenn die kleinen Garnelen aus dem Panzer der Schildkröte reiten.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Garnelen den Kot der Kröte teilweise verwerten und ihn in kleinste Stücke zerteilen. So haben es die guten Bakterien leichter.

An Fischen habe ich Guppys, Black Mollys, Siamnesische Rüsselbarben, Schwanzfleck-Algenfresser und einige verschiedene Fadenfische mit in den Becken.

Pflanzen im Wasser und an Land

Ein üppig und schön bepflanztes Becken und eine K. cruentatum passen nicht immer zusammen.

Zwar fressen diese Schildkröten ja in den meisten Fällen keine Pflanzen aber oft hat es das Grünzeug trotzdem schwer. Viele Pflanzen werden beim buddeln oder laufen einfach aus dem Bodengrund gerissen.

Durch die scharfen Krallen leiden die Pflanzen zusätzlich. Zu guter letzt kommt es auch vor, dass die Schildkröten einfach mal zum Spaß in die Pflanzen beißen. Bei mir haben sich auf die Dauer nur robuste Pflanzen bewährt wie z.B:

 

- Nixkraut...diese Pflanze wächst sehr schnell und treibt gerne frei im Wasser. Zerbricht sie an einer Stelle

                 ist das kein Problem. Zu wenig Licht mag sie nicht.

- Javafarn...diese Pflanze mag es sogar nicht im Bodengrund eingepflanzt zu sein. Sie wächst gerne fest 

                 an Holz oder Steinen. Die Blätter sind relativ robust, allerdings wächst diese Pflanze recht

                 langsam.

- Anubias...diese Pflanze hat sehr robuste Blätter und muss nicht in den Bodengrund eingepflanzt werden.

                 Wie auch der Javafarn kommt sie gut mit eher wenig Licht aus.

 

Natürlich gibt es noch einige andere Pflanzen die für das Schildkrötenbecken passend sind! Schwimmpflanzen z.B. sind sehr geeignet. Sie vermehren sich schnell und dunkeln das Becken etwas ab. Am besten selber Pflanzen ausprobieren. Bei Jungtieren haben es die Pflanzen auch noch längst nicht so schwer wie bei adulten Tieren. Interessant ist es auch zu beobachten, dass bei der einen Kröte die Pflanzen ohne größere Probleme wachsen bzw. heil bleiben und bei der anderen sich kein Zippel Pflanze mehr im Becken befindet. Bei meinem Männchen wachsen die Pflanzen gut und sehen größtenteils normal aus. Bei meinem Weibchen dagegen werden sofort alle Pflanzen kaputt gemacht. Nicht gefressen wohl gemerkt!

 

Über Wasser hat man auch eine größere Auswahl an Pflanzen. Sehr häufig kommt die Efeutute zum Einsatz. Sie wächst schnell und problemlos. Nach einiger Zeit hat sie oft lange Wurzeln die optisch recht ansprechend ins Wasser ragen. Auch kleine Bromelien kann man verwenden. Damit die Wurzeln der Pflanzen guten Halt haben kann man Xaxim über die Wasseroberfläche kleben. Zusätzlich kann man aus rostfreien Draht den man im Baumarkt bekommt kleine Haken biegen mit denen sich die Pflanzen feststecken lassen. Das Xaxim wird trocken eingeklebt und danach befeuchtet. Hat es genug Wasser, Wärme und Licht, begrünt es sich bald von selber.

Auch Javamoos und Teichlebermoos wachsen bei entsprechender Feuchtigkeit gut über Wasser.

Pflanzen für den Landteil gibt es auch noch mehrere als ich jetzt hier aufgezählt habe. Einige Pflanzen können giftig sein, darauf sollte man achten.

Pinzetten

Ich füttere meine Jungtiere fast ausschließlich per Hand bzw. Pinzette. So verbinden sie die Hand mit etwas positiven und haben von Anfang an keine Scheu. Auch wenn ich die Kleinen mal zum Wiegen herausnehme, flüchten sie danach nicht und fressen mir sofort wieder aus der Hand.

Durch diese Art der Fütterung kann ich auch genau nachvollziehen wie viel die Kröte frisst. Würde ich das Futter einfach ins Becken schmeißen wäre die Hälfte schnell von den Fischen und Garnelen aufgefressen worden.

Rückwand

Ein Becken ohne Rückwand ist für eine Rotwangenklappschildkröte kein gutes Zuhause.

Ob selbst gebaut oder gekauft, lieber eine nicht perfekte Rückwand als gar keine! Sie bietet der Kröte sozusagen Rückendeckung. Sie fühlt sich sicherer und wird dadurch zutraulicher. Der zweite große Vorteil einer Rückwand ist der, das die Schildkröte entspannt zur Wasseroberfläche gelangen kann um Luft zu holen. Baut man die Rückwand selber sollte man sich vorher gut informieren. Tut man das nicht kann leicht Frust entstehen weil es nicht so funktioniert hat wie erhofft. Ich verwende fertige Rückwände. Leider scheint die Qualität hier sehr unterschiedlich zu sein. Gute Rückwände halten wirklich ewig und verlieren weder Farbe noch weichen sie mit der Zeit auf. Es lohnt sich hier nicht das günstigste zu nehmen! Welche ich benutze könnt ihr mich gerne per Mail fragen. Fertige Rückwände kann man selber mit einem Messer zuschneiden. Zuletzt müssen sie nur noch mit Silikon eingeklebt werden.