Haltung

Möchte man einer Rotwangenklappschildkröte ein schönes und möglichst Artgerechtes Leben schenken, gibt es einiges zu beachten. Ein paar Voraussetzungen müssen unbedingt erfüllt werden wie z.B:

 

- 100x50x50 cm Mindestmaß des Beckens

- Keine andere Schildkröte im Becken

- Eine Wärme/UVB Lampe/trockener Landteil

- eine geeignete Abdeckung die Zugluft und Staunässe verhindert

- eine Rückwand

 

Fehlt eine dieser " Bedingungen " gebe ich keine Nachzucht ab. Nennt mich ruhig pingelig aber ich lasse mir gerne Fotos zeigen!

 

Die dick gedruckten Wörter lassen sich in der  Rubrik " Infos von A-Z " übrigens nochmal extra aufrufen und sind mit Fotos verdeutlicht.

 

Man kann ein Jungtier von ca. 2 Monaten schon ohne Probleme in ein großes Becken setzen!

Man braucht keine Angst zu haben, dass die Kleine verloren geht, scheu wird und man sie nie zu sehen bekommt. Im Gegenteil, ist das Becken gut eingerichtet hat sie keine Scheu und sobald sich jemand vor ihrer Behausung zeigt wird sie aufgeregt an die Frontscheibe kommen und nach Futter betteln! Ist das Becken zu hell und karg eingerichtet hat die Schildkröte oft Stress und wird dann auch deutlich weniger zutraulich. Für eine K. cruentatum ist es wichtig, dass das Becken ihr genug Schutz bietet. Hat sie diesen agiert sie daraus meistens aufgeschlossen und ohne Furcht! Das Becken sollte unbedingt eine Rückwand haben. Sie gibt der Kröte auf der einen Seite Sicherheit, aber vorallem bietet sie ihr eine entspannte Möglichkeit zur Wasseroberfläche zu gelangen um Luft zu holen. Gerade für junge Tiere ist es wichtig, dass sie sich laufend/kletternd von unten nach oben bewegen können. Zum ordentlichen Luft holen müssen sie sich an etwas festhalten können. Daher bietet man neben der Rückwand auch viele andere Klettermöglichkeiten in Form von Holzwurzeln und Pflanzen an. Als Neubesitzer unterschätzt man leicht die Gefahr des ertrinkens bei Jungtieren. Hat man eine junge Schildkröte neu bei sich Zuhause sollte man unbedingt in den ersten Nächten eine kleines Licht anlassen. Ein Teelicht oder eine schwache Lampe imitieren einen Vollmond. So hat die Kleine auch nachts in dem noch unbekannten Becken die Möglichkeit sich zu orientieren. Nach ein paar Nächten kennt sie dann das Becken und hat meistens einen festen Schlafplatz gefunden.

Als Bodengrund nimmt man am besten feinen Kies oder Sand. Am besten ist es den Bodengrund relativ dunkel zu wählen. Das kommt den natürlichen Gegebenheiten auf jeden Fall näher als der weiße Sand der oft verwendet wird. Bei dunklen Grund hebt sich die Schildkröte farblich nicht so ab was ihr auch zusätzlich ein gutes Gefühl gibt.

 

Wie schon angedeutet sind die Pfleglinge ob jung ob alt oft sehr gierig nach Futter! Bei adulten Tieren kann man das Gewicht leicht überprüfen indem man sie alle paar Monate wiegt. Vorausgesetzt sie waren vorher nicht viel zu dünn oder zu dick, sollten sie nicht großartig zu oder abnehmen! Auf eine gesunde und abwechslungreiche Ernährung muss man natürlich auch bei ausgewachsenen Exemplaren achten!

Bei Schildkröten die in der Wachstumphase sind ist es oft garnicht so einfach ihnen nicht zu viel Futter zu geben. Junge Tiere können sehr gut betteln und fast ebenso gut viel fressen. Hier heißt es Konsequent bleiben! Zu viel fettige und Proeteinhaltige Nahrung kann sehr schlecht für eine wachsende Schildkröte sein. Solche Tiere werden auch Dampfaufzucht genannt. Sie haben oft Organprobleme und manchmal auch einen schlecht gewachsenen Panzer.

Bei jungen noch wachsenden K. cruentatums lassen sich leicht die sogenannten Wachstumsstreifen erkennen. Das sind hellere Bereiche die sich im Panzer entdecken lassen. Diese Stellen sollten einfach nicht zu groß werden und noch normal aussehen. Natürlich darf das Baby auch nicht übermäßig stark an Gewicht und Größe zulegen. Eine kontinuirliche Gewichtszunahme von wenigen Gramm in der Woche ist meistens der richtige Weg! Man sagt am Tag etwa die Menge füttern die die Größe des Kopfes der Schildkröte hat.

 

Da sich nicht sicher sagen lässt welches Geschlecht das übernommene Tier hat macht es Sinn von Anfang an ein Eiablageplatz mit einzubauen. Adulte Weibchen legen auch regelmäßig Eier ab ohne jemals ein Männchen gesehen zu haben. Haben sie keine Möglichkeit zur Eiablage sterben sie nicht selten an einer Legenot. Natürlich kann man den Eiablageplatz auch später einbauen wenn man Gewissheit hat, dass das Tier ein Weibchen ist. Ich rate trozdem dazu gleich von Anfang an einen EP mit einzubauen da er auch von einem Männchen als Landteil bzw. Sonnenplatz genutzt wird. Einbauen sage ich deshalb weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass ein fest verklebter EP für die Kröte sicherer ist als ein lose stehender. Denn ausgewachsen haben die Süßen richtig Kraft und können gerade unter Wasser ordentlich was wegdrücken. Schnell ist da mal der EP oder auch eine große Holzwurzel umgekippt. Meistens können sich die Kröten befreien wenn sie darunter begraben werden aber das Risiko würde ich nicht eingehen.

Ich klebe deshalb die EP und große schwere Holzwurzeln fest mit Silikon ein. Der EP besteht bei mir aus kleinen Miniaquarien.

Kleiner als 20x20x20 cm darf der EP nicht sein! Es sollte übrigens mindestens einen wirklich dunklen Ort unter Wasser geben. Dazu bietet sich der Platz unter dem EP hervorragend an! Meine Schildkröten genießen oft diese Rückzugmöglichkeit und machen ein Schläfchen unter Wasser. Wichtig ist auch, dass der Rand des EP einen gewissen Abstand zum Wasserspiegel hat! Es kommt vor das sich durch die Kapilarkraft das Subtrat im EP mit Wasser voll saugt. Einige cm verhindern dies!

Ein Weibchen sollte zum EP unbedingt noch einen extra Sonnenplatz haben! Der Platz zur Eiablage liegt am besten halbschattig. Ein paar Pflanzen als Schutz helfen dem Weibchen bei der Eiablage.

Der Sonnenplatz muss hingegen voll in der " Sonne" liegen und am wärmsten Punkt eine Temperatur von mindestens 40 Grad aufweisen. Der Untergrund muss unbedingt trocken sein damit sich das Tier ganz abtrocknen kann. Bleibt der Panzer dauerhaft nass können Nekrosen entstehen.


Oft wird behauptet, dass man bei Sumpf oder Kinosternonarten auf eine Wärme/UVB Lampe verzichten kann. Ich sehe das anders. Denn auch in einem Sumpfgebiet scheint die Sonne und so werden sich die Schildkröten auch dort sonnen! Fakt ist das Vitamin D hauptsächlich durch UVB produziert wird. Also gehört es zur artgrechten Haltung dies seinen Tieren auch zu ermöglichen! Außerdem sehe ich täglich, dass sich alle Kröten außer das Weibchen gerne sonnen! Man muss die teure UVB Lampe auch nicht immer brennen lassen. Bei mir sind diese nur täglich ca. 2 Stunden eingeschaltet. Als Hauptbeleuchtung

habe ich einen normalen Lichtbalken für Aquarien. Wichtig ist, dass das Becken insgesamt nicht zu hell ist. Etwas schattiger mögen die Schildkröten viel lieber!

 

Ganz wichtig für die Gesundheit der Kröten ist es auch, dass man Zugluft und Staunässe verhindert!

Ansonsten können schnell Lungenentzündungen auftreten die man ohne Tierarzt und Medikamente in der Regel nicht mehr weg bekommt. Für den Halter heißt das auf die normalen Aquarienabdeckungen und/oder auf ein offenenes Becken verzichten. Unter der üblichen Aquarienabdeckung gibt es fast immer Staunässe die der Schildkröte nicht bekommt! Bei ganz offenen Becken hat man oft das Problem mit der Zugluft. Deswegen sollte man eine art Aufbau auf das Becken bauen. Der Kasten muss feuchte Luft entweichen lassen aber auch Zugluft abhalten können. Für diesen Überbau kann man verschiedene Materialien verwenden. Styropor, Glas, Plexiglas oder Holz eignen sich gut dafür. In der Rubrik "Hilfe von A-Z" lassen sich zu dem Thema auch Fotos bestaunen.

 

Ein weiterer Punkt den man bei der Gestaltung des neuen Zuhauses beachten sollte, ist der das die Kröten sehr gut klettern können! Sie klettern ohne große Probleme die Rückwand auch außerhalb des Wassers empor! Auch an Land wachsende Pflanzen können einen Ausbruchsversuch ermöglichen! Dabei kann sich eine Schildkröte trotz Panzer natürlich ernsthaft verletzen!

Am besten bringt man oben in der Innenseite des Beckens Glassteege an. Die klebt man einfach mit Silikon fest, sodass ein Ausbruch unmöglich wird.

 

Zum Thema Mitbewohner/Fische/Garnelen gibt es immer besonders viele Fragen. Grundsätzlich wird alles was so durch das Becken schwimmt als mögliche Futterquelle in Betracht gezogen! Trotzdem kann man einige Fische mit der Schildkröte vergesellschaften! Natürlich muss auch der Fisch gut untergebraucht werden und die gleichen Temperaturansprüche haben wie der Hauptmieter.

Eignen tun sich besonders Lebendgebärende ( Guppy, Black Molly usw. ), Salmler und Garnelen.

Hauptsache die Tierchen sind flink genug um zu entkommen. Meine Kröten lassen mittlerweile alle Fische und Garnelen links liegen, weil sie begriffen haben, dass die Viecher eh zu schnell sind.

Verzichten sollte man auf folgene Fische: Antennenwelse und Panzerwelse, allgemein besser auf alle Welse, größere Barsche und auf Kugelfische!

Viele Welse haben Widerhaken und Stacheln und bleiben im Fall der Fälle oft im Hals der Schildkröte stecken. Daran verenden dann nicht selten sowohl Schildkröte und Fisch.

Kugelfische sind oft giftig und sollten nicht mit in das Becken. Barsche sind oft sehr territorial und können einer Schildkröte ordentlich auf die Nerven gehen.