Carrie das Weibchen legt pro Jahr nicht viele Eier. Etwa 15 befruchtete und dann noch mehrere unbefruchtete Eier. Wenn ich die Tiere nicht verpaare braucht sie deutlich länger um ihre unbefruchteten Eier zu produzieren. Diese Pause ist gewollt denn sie ist ja keine Legemaschine. Während der Eierproduktion hat Carrie besonders großen Appetit und verschlingt viel Sepiaschle als Kalziumquelle.

 

Meistens legt sie 2 Eier in den Kokoshumus des Eiablageplatzes. Diese werden dann in mit ebenfalls Kokoshumus gefüllte Heimchenboxen überführt. Befruchtete Eier bilden nach wenigen Stunden eine weiße Bauchbinde in der Mitte des Schildkröteneis. Bei der Überführung bekommt jedes Ei eine kleine Bleistiftmarkierung auf die Oberseite. Die Eier dürfen bis zum Schlupf nicht mehr gedreht werden da der Embryo sonst schnell absterben kann.

 

Selten legt Carrie auch mal 3 Eier ab. Diese sind dann sichtbar kleiner und entwickeln sich anscheinend langsamer. Meistens braucht ein Ei so 150-160 Tage bis zum Schlupf. Das bislang schnellste brauchte "nur" 117 Tage. Bis zum Schlupf werden die Eier dann im Inkubator gelagert. In seinem inneren herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit und

ca. 27 - 28,5 Grad. Da die Eier so unterschiedlich lange liegen läuft er praktisch 365 Tage im Jahr.

 

Wann genau ein Baby schlüpft ist sehr schwer zu sagen. Mit ein bischen Erfahrung lässt sich erkennen, dass die Schildkröte im Ei jetzt so gut wie fertig entwickelt sein müsste. Trotzdem kann es dann noch dauern bis sie das Licht der Welt erblickt. Die Jungtiere in den Eiern legen gern mal ne längere  Pause ein, auch Diapause genannt.

Ist es dann schließlich soweit sieht man meistens Morgens das sich etwas im Inkubator getan hat. Oft sieht man Stücke der Eierschale. Das Baby hat sich dann oft in das Substrat verbuddelt, andere liegen oben auf.

Nach dem Schlüpf überführe ich die Kleinen sofort in eine kleine Box mit ca. 2 cm Wasser.

Manchmal hängt noch ein größerer Teil des Dottersackes am Bauchnabel des Tieres. Man muss etwas aufpassen, dass sich dieser Bereich nicht entzündet. Ich benutze Erlenzapfen und Seemandelbaumblätter die ich mit in das Wasser gebe. Sie geben Huminsäure ab die desinfektierend wirkt. Mit Entzündungen hatte ich noch nie Probleme.

Der Wasserstand in den Boxen wird dann langsam erhöht. Fressen tun sie am zweiten Tag. Zwar noch etwas ungeschickt und langsam aber sie lernen schnell. Sind die Kleinen aus dem gröbsten raus kommen sie in ein größeres Auzuchtsbecken mit höheren Wasserstand. Meine Jungtiere werden von Anfang an einzeln gehalten. Schon Babys können untereinander streitsüchtig sein. Hält man mehrere zusammen passiert es schnell, dass die eine Kröte zu viel frisst und die andere zu wenig. Meiner Meinung nach ist die Einzelhaltung natürlicher und Stressfreier.

Insgesamt habe ich 4 Aufzuchtsbecken. Zusammen mit den anderen Becken für die Elterntiere und dem Inkubator der das ganze Jahr läuft, fallen die Stromkosten ziemlich hoch aus. In dem Preis den ich für eine Nachzucht verlange steckt daher ein Großteil Energiekosten.

 

Nach ca. 8 Wochen dürfen die Kleinen dann ausziehen. Zu diesem Zeitpunkt sind sie etwa einen Wasserstand von 20 cm gewöhnt, fressen alle Futtersorten und sind natürlich topfit!

 

Meistens gibt es für die Nachzuchten schon Interessenten bevor sie aus den Eiern geschlüpft sind. Möchte man sich eine Nachzucht sichern brauche ich ein Anzahlung von ca. 20-25 Euro.

Einfach aus dem Grund weil ich dann davon ausgehen kann, dass es die Person auch ernst meint.

Am Anfang habe ich die Kröten ohne Anzahlung reserviert. Von einigen Personen habe ich dann nix mehr gehört. Leider hatte ich der Zwischenzeit anderen Interessenten abgesagt. Die Anzahlung entbindet den neuen Halter nicht von der Pflicht ein gutes und Artgerechtes Zuhause für die Kröte zu schaffen! Sollte dies garnicht der Fall sein, würde ich das Tier nicht übergeben und das Geld zurück überweisen. Das ist aber zum Glück noch nicht passiert.

 

Am liebsten ist es mir wenn die Tiere bei mir persönlich abgeholt werden. Aber auch ein Versand ist nicht ausgeschlossen. Er muss allerdings von dem Käufer organisiert werden.