Kinosternon cruentatum

Manchmal frage ich die Interessenten warum es gerade diese Schildkrötenart werden soll.

Die Antwort ist fast immer die gleiche! 

 

" Diese Schildkröte braucht nicht viel Platz und hält keine Winterruhe".

 

Das ist auch richtig so und der Hauptgrund weshalb sich die Leute für diese Art entscheiden.

 

Die K. cruentatum kommt aus Mittelamerika wo die Temperaturen ganzjährig mehr oder weniger gleich sind. Zwar schwanken auch hier die Temperaturen und die Menge des Niederschlages gerade in der Trocken bzw. Regenzeit, doch sind diese Unterschiede so gering, dass man die Parameter das ganze Jahr über nicht verändern muss.

In vielen Fällen weiß man außerdem nicht genau aus welchen Herkunftsgebiet die Tiere eigentlich stammen.

So könnte es sein, dass einige K. cruentatum die in vielleicht 300 Meter Höhe leben etwas andere Bedingungen gewohnt sind als Tiere der gleichen Art die nur ein paar Kilometer weiter auf Meeresspiegelhöhe leben. Ich halte meine Kröten daher bei ca. 26 Grad Wassertemperatur.

 

Ein weiterer Vorteil dieser Art ist der, dass diese Tiere bei guter Haltung sehr robust und wenig krankheitsanfällig sind. Auch die Fütterung stellt den Besitzer vor losbare Aufgaben. Damit ist diese Art meiner Meinung auch gut für den noch nicht sehr erfahrenen Schildkrötenhalter geeignet.

 

Eine K. cruentatum ist oft garnicht so einfach zu bekommen. Das liegt daran, dass es einfach nicht sehr viele Züchter in Deutschland gibt. Wie viele genau kann ich aber nicht sagen.

Dazu kommt, dass ein Weibchen dieser Art im Vergleich zu anderen Schildkröten pro Jahr nur relativ wenige Eier produziert. Mein Weibchen bringt es so auf 15 befruchtete Eier pro Jahr. Allerdings verpaare ich meine Zuchttiere auch einen Großteil des Jahres nicht um das Weibchen zu schonen.

 

Ein Großhändler hat mir erzählt, dass diese Art seit ca. 2006 nicht mehr importiert wird. Laut des Händlers hat der Importeur selber behauptet, dass die Tiere die er nach Europa schickt allesamt seine eigenen Nachzuchten sind die er vor Ort in Nicaragua selbst züchtet. Irgendwann ist dann herausgekommen, dass es in Wirklichkeit alles Wildfänge waren die er verschickt hatte. Seitdem gibt es keinen Nachschub mehr vom anderen Ende der Welt. Was ja vielleicht auch gut so ist.

 

Inwiefern die Aussage so stimmt kann ich allerdings nicht beurteilen!